CPR – #ittakesasystemtosavealive

CPR – #ittakesasystemtosavealive

In den letzten Monaten wurde rund um das Thema CPR bei OHCA rege diskutiert. Ausschlaggebend hierfür dürften unter anderem zwei nennenswerte Studien sein, welche sich mit Maßnahmen rund um das Thema Reanimation beschäftigt haben. Zum einen ist die PARAMEDIC2 Studie zu erwähnen welche sich mit der Gabe von Adrenalin befasste und zu anderen die AIRWAYS2 Studie welche einen Vergleich von SGA und Intubation anstellte.

Beides hochinteressante Arbeiten über nicht unwichtige Topics. Entgegen einiger Meinungen können wir auch hierzulande einiges daraus mitnehmen wenn wir die Studien richtig lesen und auch etwas darüber nachdenken. Jedoch befassen sich beide Studien mit erweiterten Maßnahmen. Nicht dass es unwichtig wäre dass wir uns damit beschäftigen; nein es ist sogar gut so.

In mir keimt aber hin und wieder das Gefühl auf, dass wir uns zu sehr auf diese „erweiterten Maßnahmen“ versteifen. Verlieren wir manchmal das wirklich wesentliche aus den Augen und legen den Fokus zu sehr auf Dinge welche vielleicht letztendlich gar nicht so ausschlaggebend sind? In aller erster Linie und auch am besten durch Evidenz gesichert muss sich beim Herzstillstand auf die Herzdruckmassage sowie die frühe Defibrillation konzentriert werden; und zwar von der ersten Sekunde an.

Und hier liegt auch der Punkt auf welchen wir uns in Zukunft ein Vielfaches mehr konzentrieren sollten – die Laienausbildung und -aufklärung. Das beste Rettungssystem stößt relativ schnell an seine Grenzen was die Aussicht auf ein Überleben mit gutem neurologischen Outcome angeht, wenn nicht ein Ersthelfer von der ersten Sekunde an richtig reagiert und die richtigen Maßnahmen ergreift. Da ist es völlig egal ob ein Notarzt oder gut ausgebildetes Rettungsdienstpersonal die weiterführende Reanimation angeht. Und daran ändert auch das ein oder andere Statement des GRC nichts.

Gerade aber was den Punkt Laienreanimation angeht, sehe ich unser Land nach wie vor als tiefstes Entwicklungsland. Wir bringen es nicht fertig unsere Bevölkerung zu diesem Thema zu sensibilisieren und auch zu trainieren. Über die Fläche verbreitete, öffentlich zugängliche Defibrillatoren; weit gefehlt. Und da wo vielleicht Bereitschaft zur Installation von AEDs da wäre, bremst evtl. sogar noch die Gesetzeslage in Form der Medizinproduktebetreiberverordnung aus.

Einmal im Jahr im Rahmen der „Woche der Wiederbelebung“ etwas verstärkt die öffentliche Präsenz zeigen ist bei weitem nicht ausreichend um hier die Kurve zu bekommen und das Ganze in die richtige Richtung zu dirigieren. Ein kontinuierliches Bemühen die Bevölkerung zu sensibilisieren ist notwendig. Und dies kann und muss bereits in der Schule beginnen. Hier trifft das Sprichwort „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr!“ so ziemlich ins Schwarze.

Wenn wir als Rettungsdienstler uns ernsthaft mit dem Thema Reanimation auseinandersetzen wollen und auch ernsthafte Bemühungen anstreben ein gutes Ergebnis für unsere Patienten zu erzielen, dann sollten wir uns damit abfinden, dass auch der Punkt der Präventivmaßnahmen mitunter in unseren Aufgabenbereich fällt. Soll heißen die Durchführenden als Organisation wie auch die einzelnen Mitarbeiter sollten versuchen die ein oder andere öffentlichkeitswirksame Maßnahme zu planen um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

Rettungsdienste, Krankenkassen, ärztliche Verbände wie auch die Politik muss an einem gemeinsamen Strang ziehen um die Bevölkerung auf unsere Seite zu bekommen; letztendlich geht es ja auch um sie selber. Vor allem die Kultusministerien sind hier gefordert den HLW Unterricht endlich zur Pflicht an den Schulen zu machen. Wer meint dies brächte nichts, schaue sich einfach einmal die Zahlen aus Dänemark an. Innerhalb von zehn Jahren nach Einführung einer verpflichtenden HLW Ausbildung in den Schulen hatte sich die Überleberrate verdreifacht.

„It takes a system to save a live“

Dieses System besteht in der Regel aus:

Aufklärung / Laienschulung

Ersthelfer

Rettungsdienst

Krankenhaus

Rehabilitation

Versagt das System bereits in den ersten beiden Instanzen, sind die nachfolgenden nahezu machtlos das Ruder herumzureißen und ein gleichwertiges Ergebnis zu erzielen. Vielleicht sollten wir uns alle aus diesem Grunde etwas mehr auf das wirklich Wichtige und vor allem auf unsere wirklich wichtigen Partner, die Ersthelfer, zu konzentrieren.

#ittakesasystemtosavealive !

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