FPHC Scientific Kongress Highlights

FPHC Scientific Kongress Highlights

Die Kollegen der Podcast Reihe „The Resus Room“ haben einmal mehr eine vorzügliche Episode veröffentlicht. Dieses mal werden Interviews mit den Referenten einiger Topthemen von der FPHC Scientific Conference geboten. Vor allem drei dieser Themen haben auch meine erhöhte Aufmerksamkeit erweckt und ich möchte Euch diese nicht vorenthalten.

Matt Thomas äußert sich hier nochmals zu der Frage wann Hyperoxie gefährlich werden kann und warum man sie eben wenn möglich vermeiden sollte. Bevor wieder die Debatte um dieses Thema beginnt; nein, man soll einem Patienten mit einer Hypoxie nicht den Sauerstoff verwehren! Aber eben auch nicht einem Patieten mit einer annähernd ausreichenden Sättigung (gehen wir hier mal von der magischen Zahl 94 % aus) gedankenlos mit 15 L/min Gegenwind belästigen. Neben dem Infarkt zählen auch der Schlaganfall und vermutlich auch die Hirnverletzung bei SHT zu den Krankheitsbildern bei welchen eine Hyperoxie schädlich einwirken kann. Man bedenke einfach dass Sauerstoff ein Medikament ist und neben der Anreicherung mit Sauerstoff eben auch anderes bewirkt wird. Sauerstoff führt (vor allem in hohen Dosen) u. a.

  • zu einer Vasokonstriktion im Körperkreislauf
  • zu einer Vasodilatation im Lungenkreislauf…
  • …hierdurch evtl. zur Shunt-Vergrößerung
  • zu freien Sauerstoffradikalen
  • Lungenschäden

David Manzies brachte das Thema „impact brain apnoea“ auf das Tablett. In meinen Augen vor allem deshalb interessant weil bei Patienten welche bei einem Trauma reanimationspflichtg vorgefunden werden eben gerade die Gewalteinwirkung auf das Atemzentrum der Auslöser des (hypoxisch bedingten) Herz-Kreislauf Stillstandes sein kann und sich u. a. auch damit erklären lässt warum bei traumatisch bedingten Herz-Kreislauf Stillständen eine gewisse Abweichung vom „normalen“ Algorithmus empfohlen wird. Drei Punkte sind hier jedoch essentiell…

  • die Zugriffszeit ist hier immens wichtig
  • Ersthelfer sind in solchen Situationen wenn möglich zur Atemspende anzuleiten
  • auch professionelle Helfer sollten die CPR mit einer Atemwegssicherung und Beatmung beginnen (Rescue Breaths)

Mehr zum Thema Trauma Arrest ist hier zu finden; ebenfalls mit Verweis auf einen Podcast von The Resus Room.

Stacey Webster machte auf die Auswirkung von Bluttransfusionen auf den Kalziumwert aufmerksam. Dieses Thema hat vor allem für den Intensivtransport Relevanz. Kalzium hat unter anderem einen Einfluss auf die kardiale Stabilität sowie die Blutgerinnung. Durch die Gabe von Konserven, welche Citrat enthalten, kommt es zu einer Absenkung des Kalziumwertes. Dies kann bereits nach der Gabe von 1 bis 2 Erykonzentraten erfolgen. Einer hier erwähnten Arbeit von Webster et al [1] zeigten 55 % aller in dieser Arbeit untersuchten Patienten bei Aufnahme einen erniedrigten Kalziumwert, nach Gabe von Erykonzentraten waren es 89 %. Auch Vivien et al [2] haben bereits 2005 auf diese Problematik hingewiesen. Es sollte also bei Verlegungen von Akutpatienten welche Konserven erhalten haben auch ein Augenmerk auf den Kalziumwert gelegt werden und dieses auch im Bedarfsfall substituiert werden.

Der Refernzbereich für Kalzium liegt bei ca.

Bildschirmfoto 2018-01-17 um 08.42.42


[1] Webster S, Todd S, Redhead J, et al Ionised calcium levels in major trauma patients who received blood in the Emergency Department. Emerg Med J 2016;33:569-572.

[2] Vivien B, Langeron O, Morell E, et al. Early hypocalcemia in severe trauma. Crit Care Med. 2005; 33 Issue 9 – p 1946-1952. doi:10.1097/01.CCM.0000171840.01892.36.

…Verwendung des „The Resus Room“ Logo im Header mit freundlicher Genehmigung von Simon Laing…

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