Traumatischer cardiac arrest ist HOT

Traumatischer cardiac arrest ist HOT

Das Thema traumatisch bedingter Herz-Kreislauf-Stillstand nochmals aufzugreifen (war ja in Bezug auf Thorakotomie schon einmal thematisiert) hat mit einem vor einigen Tagen erschienenen Podcast der Seite „The Resus Room“ zu tun.

Im Thorakotomie Artikel wurde bereits auf die durchaus bestehende Möglichkeit eines Therapieerfolges bei eben einem solchen Kreislaufversagen hingewiesen. Der aktuelle Podcast unserer Kollegen aus England geht nochmals ausführlich auf diese Thematik ein und arbeitet sie schrittweise auf.

Explizit wird nochmals auf die Wichtigkeit der zeitnahen und evtl. auch parallel zu beseitigenden möglichen Ursachen im Falle einer eindeutigen traumatischen Ursache für den OHCA hingewiesen. Das Wort HOT kann hier als Gedankenstütze dienen.

H   •Hypotension                 ⇒ Tourniquet / Volumenbolus / Beckenschlinge

O   •Oxygen                           ⇒ Atemwegssicherung / Sauerstoffzufuhr

T   •Tension/Tamponade   ⇒ Nadelentlastung / Fingerthoracostomy / Thorakotomie

Ohne das sofortige Angehen dieser möglichen Ursachen dürfte eine Herzdruckmassage weitestgehend aussichtslos sein. Hierauf wird auch in den gängigen Leitlinien hingewiesen.

"Effectiveness of chest compressions: Chest compressions are still the standard of care in patients with cardiac arrest, irrespective of aetiology. In cardiac arrest caused by hypovolaemia, cardiac tamponade or tension pneumothorax, chest compressions are unlikely to be as effective as in normovolaemic cardiac arrest.169–172 Because of this fact, chest compressions take a lower priority than the immediate treatment of reversible causes, e.g. thoracotomy, controlling haemorrhage, etc." (1)

Dies heißt nicht dass eine Herzdruckmassage grundsätzlich zu unterlassen ist. Besteht jedoch die Möglichkeit o. g. Maßnahmen zur Ursachenbehebung bzw. Eindämmung zu ergreifen und würde durch eine Herzdruckmassage das hierfür benötigte Personal gebunden bzw. die Herzdruckmassage diese Maßnahmen behindern, so sollte den unter HOT genannten Maßnahmen der Vorrang gegeben werden.

Hier noch ein Link zu einer PPT des RLH Trauma Blogs zum Thema Evidence von Chest Compressions bei Trauma Arrest.

Abschließend möchte ich noch die Podcastserie „The Resus Room“ generell empfehlen. Vor allem die in der Rubrik „Roadside to Resus“ erschienen Folgen sind sehr ans Herz zu legen. Sie beschäftigen sich gezielt mit präklinisch relevanten Themen.


(1) European Resuscitation Council Guidelines for Resuscitation 2015 Section 4. Cardiac arrest in special circumstances; Resuscitation 95 (2015) 148–201

…Verwendung des „The Resus Room“ Logo im Header mit freundlicher Genehmigung von Simon Laing…

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