ATLS 10th Edition – was ist neu?

ATLS 10th Edition – was ist neu?

Neues Jahr, neues Glück – und neue ATLS Ausgabe! Der Vorreiter in Sachen Traumakurs (ohne Wertung in der Qualität) geht in seine 10 Runde der Neuauflage. Es haben sich einige Neuerungen eingeschlichen welche, wenn auch in diesem Kurs klinisch konzentriert, für den Präkliniker nicht ganz uninteressant sein dürften.

Hier eine kurze Zusammenfassung:

  • Initiale Schritte
    1. max. 1 Liter Kristalloide
    2. schnellstmöglich Blutprodukte anwenden
    3. Tranexamsäure
  • Schock
    1. Blutprodukte bei MTP im Verhältnis 1:1:1
    2. Neue Tabellenübersicht für Anzeichen & Symptome bzgl. der Schweregrade des Schock
  • Thorax
    1. US zur Diagnostik eines Pneu
    2. Nadelentlastung bei Erwachsenen jetzt 5. ICR Bülau (Kinder weiterhin 2. ICR Monaldi)
    3. kleinere Thoraxmandrains (29F – 32F)
  • Algorithmus traumatischer Herzstillstand
  • Becken
    1. Keine rektale Prostatauntersuchung bzgl. Harnleiterverletzung
  • SHT
    1. Tabelle bzgl. Maßnahmen bei Antikoagulantien
    2. Überarbeitete GCS Skala (nur neue Begrifflichkeit – Skala Werte bleiben gleich)
  • Wirbelsäule
    1. Einschränkung der Wirbelsäulenbewegung, nicht Immobilisierung
    2. Hinweis auf Probleme des Spineboards (Rettung, nicht Lagerung)
    3. Anwendung der Canadian C-Spine Regel
  • Muskuloskeletaltrauma
    1. Tourniquet zur Blutungskontrolle
  • Trauma bei geriatrischen Patienten
    1. Hinweis auf spezielle Verletzungen (Rippen/Thorax, SHT, Becken)
    2. Niedrige Hemmschwelle für Bildgebung
  • Sekundärverlegung in Zentrum
    1. Vermeidung von Diagnostik vor Verlegung welche keinen Einfluss auf Maßnahmen im abgebenden Haus hat (Zeit!!!)
    2. ABCDE-SBAR Schema zur Kommunikation

Eine etwas ausführlichere Darstellung der Neuerungen ist in der ATLS Diashow zu diesem Thema zu finden; leider nur auf Englisch. Ebenso gibt es eine nette Infografik von Dr. M. Woo und Dr. S. Syed vom Dept. of Emergency Medicine der University of Ottawa.

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ATLS 2018 Infografik by Drs. Woo und Syed @ Univ. of Ottawa EMMedOttawa Blog

Einige dieser Punkte dürften sich im präklinischen Kursbruder (PHTLS) wiederfinden. Es zeigt sich bei diesen Änderungen aber auch, dass selbst solch etablierte Kurssysteme manchmal mit ihren Anpassungen der aktuellen Versorgungsstrategie auf Grund neuer Erkenntnisse hinterher hinken. Auch aus diesem Grund, wenn auch nicht nur aus diesem, ist es wichtig zu erkennen dass solche Algorithmen und Leitlinien Hilfestellungen aber nicht in Stein gemeißelte Gesetze darstellen. Ein selbständiges Bemühen um den jeweils aktuellen Stand des wissenschaftlichen Standards ist für ärztliches wie auch Assistenzpersonal Grundvoraussetzung.

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