12-Kanal EKG – Elektrodenpositionierung

12-Kanal EKG – Elektrodenpositionierung

Im Blogbeitrag „12-Kanal EKG – Infarktlokalisationen“ wurde explizit und ausschließlich auf die Zuordnung der einzelnen Ableitungen auf die jeweiligen Areale am Herzen eingegangen. Auf Wunsch der Leser möchte ich heute nochmals auf die Grundvoraussetzung eines vernünftigen EKGs sowie dessen Auswertbarkeit eingehen – die Elektrodenpositionierung. Hier scheint es manchmal etwas Übung oder einfach korrekter Durchführung zu mangeln. Und ja, nicht vernünftig platzierte Elektroden haben Einfluss auf die Auswertbarkeit und führen zu Fehlinterpretationen.

Grundsätzlich sollte ein EKG zur klinischen Diagnostik im Liegen abgeleitet werden. Ist dies im Rettungsdienst nicht möglich – Patient kann, oder will evtl. nicht liegen – so ist die z. B. sitzende Position auf dem Ausdruck zu vermerken.

Die Position der Elektroden für die Extremitätenableitungen sollte, wie der Name eigentlich schon sagt, möglichst körperfern an den Extremitäten angebracht werden. Im präklinischen Bereich ist dieses Vorgehen oftmals umständlich und evtl. wegen des verursachten „Kabelsalates“ auch hinderlich. Vor allem sollten ja gerade diese Elektroden auch dauerhaft für eine Rhythmusüberwachung am Patienten belassen werden. Alternativ könne diese Elektroden auch am Rumpf -jeweils re./li. Oberarm/Schulter sowie re./li. Leistengegend- platziert werden. Dies führt u. U. sogar zu einer besseren aber nicht wesentlich veränderten Auswertung des EKGs [1].

Auch die Elektroden für die Brustwandableitungen (V1 – V6) müssen nach einem geordneten Schema angebracht werden.

  • V1 – 4. ICR rechter Sternumrand
  • V2 – 4. ICR linker Sternumrand
  • V3 – zwischen V2 und V4 auf der 5. Rippe (li. Thorax)
  • V4 – 5. ICR Medioclavicularlinie (li. Thorax)
  • V5 – selbe Höhe wie V4 in der vorderen Axillarlinie (li. Thorax)
  • V6 – selbe Höhe wie V4 in der mittleren Axxilarlinie (li. Thorax)

Ableitungen zur Sicherung eines Posteriorinfarktes

  • V7 – selbe Höhe wie V4 in der hinteren Axillarlinie
  • V8 – selbe Höhe wie V4 in Verlängerung unterer Winkel des Schulterblattes
  • V9 – selbe Höhe wie V4 in Höhe des Querfortsatzes der Wirbelsäule

Ableitungen zur Sicherung eines Inferiorinfarktes mit massiver Rechtsherzbeteiligung

  • V3r – wie V3 nur rechte Seite
  • V4r – wie V4 nur rechte Seite
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Elektrodenplatzierung Brustwandableitungen (Von Jmarchn – modified from Precordial_Leads.svg and Rib_Cage (Jeroen Hut), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9426668)

Während des Ableitens eines EKGs sollte selbstverständlich versucht werden den Patient zu ruhig wie möglich zu halten. Also Beruhigung durch Aufklärung und Gespräch zum Patienten; dieser sollte zu diesem Zeitpunkt selbst nicht reden. Klar dürfte auch sein dass jegliche Manipulationen am Patienten zu Artefakten in EKG Ableitung führen wird.


[1] Khan GM. A new electrode placement method for obtaining 12-lead ECGs. Open Heart 2015;2:e000226. doi:10.1136/openhrt-2014- 000226

2 Gedanken zu „12-Kanal EKG – Elektrodenpositionierung

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