EKG Achse – wie kann man sich das merken?

EKG Achse – wie kann man sich das merken?

Einfach ein EKG schreiben, damit ist es ja nicht getan. Man muss es schon auch interpretieren. Hierzu sollte man sich ein Schema zurechtlegen, welches man immer verfolgt. Dazu gehören u. a.

  • Rate?
  • Rhythmus?
  • P-Welle vorhanden?
  • Strecken- / Komplexzeiten?

…und eben auch Achse bzw. Achsabweichungen. Und genau hier wird es für den, der dies nicht regelmäßig macht etwas schwierig sich zu orientieren bzw. sich die Geschichte mit der Achse bzw. dem Lagetyp zu merken.

Im deutschsprachigen Raum wird die Bestimmung in der Regel genau nach dem Cabrera Kreis und dessen Vektoren vorgenommen was die Sache nicht ganz einfach macht. Man unterscheidet hierbei zwischen…

  • überdrehtem Linkstyp (-150 bis -30 Grad)
  • Linkstyp (-30 bis 30 Grad)
  • Horizontaltyp (0 bis 30 Grad)
  • Indifferenztyp (30 bis 60 Grad)
  • Steiltyp (60 bis 90 Grad)
  • Rechtstyp (90 bis 120 Grad)
  • überdrehtem Rechtstyp (120 bis 210 Grad)

Ob man sich dies nun im Rettungsdienst antun muss, ist fraglich. Eine Aussage über die Achse bzw. deren Normabweichung sollte man jedoch schon im Rahmen der EKG Beurteilung treffen können.

Eine etwas einfachere Methode, für die vor allem auch eine Eselsbrücke unter Zuhilfenahme der eigenen Extremitäten gut funktioniert, ist die welche im angloamerikanischen Raum beheimatet ist.

Man nehme die Ableitungen…

  • I = re. Hand
  • II = li. Hand
  • III = li. Fuß

und betrachte die R-Zacke welche der jeweiligen Hand zugeordnet wird. Zeigt die R-Zacke nach oben ist auch die jeweilige Extremität oben. Bei einer Normallage (0 – 90 Grad) zeigt also die re. Hand, die li. Hand und der linke Fuß nach oben.  Sehen wir in Abl. I eine negative R-Zacke (re. Hand runter) somit haben wir eine Rechtsabweichung). Zeigt in Abl. III die R-Zacke nach unten (li. Fuß runter) besteht eine Linksabweichung welche sich i. d. Regel im physiologischen Bereich befindet. Geht der linke Fuß (Abl. III) sowie die linke Hand (Abl. II) nach unten, besteht eine meist pathologische Linksabweichung.

Dies klingt im ersten Moment trotzdem alles noch etwas verwirrend, ist aber nach zwei- bis dreimaligem Begutachten und etwas Übung eigentlich gut zu merken und anzuwenden. In Folge seht ihr dieses noch als Schematabelle zur besseren Vorstellung.

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Achsenbereiche typischer QRS Konfigurationen (Originalvorlage: fokus-ekg.de)

Eine Linksabweichung von 0 – 30 Grad wird bei Kindern sowie schlanken Erwachsenen noch als physiologisch angesehen.

Um etwas Übung in dieser Angelegenheit zu bekommen, steht im Internet auch der ein oder andere Online-Trainer zur Verfügung:

DocCheck Flexikon Lagetyp-Trainer

Lagetyp-Trainer von DocMock

Eine Abweichung nach Rechts kann vorkommen bei…. [1]

  • Emphysemthorax
  • Rechtsherzbelastung / Rechtsherzhypertrophie
  • Infarkt bedingt (Seitenwandinfarkt / -Infarktnarbe)
  • Linksposteriorer Hemiblock

Eine Abweichung nach Links kann vorkommen bei… [1]

  • Adipositas
  • Linksherzbelastung / Linksherzhypertrophie
  • Inferiorinfarkt oder -Infarktnarbe
  • Linksanterirorer Hemiblock

Quellenangabe:

[1] EKG-Kurs für Isabel 3. erw. Ausgabe G. Thieme Verlag 2001

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