Das pädiatrische Untersuchungsdreieck

Das pädiatrische Untersuchungsdreieck

Nachdem im letzten Blogbeitrag das bewusstseinsveränderte Kind thematisiert wurde möchte ich heute noch in Sachen Pädiatrie ein kleines aber feines Hilfsmittel vorstellen um eine schnelle Ersteinschätzung des kleinen Patienten zu erleichtern.

Wie sicher jeder, der im Rettungsdienst schon einmal mit Kindern zu tun hatte weiß, ist es nicht immer einfach schnell zu entscheiden wie krank ein Kind wirklich einzuschätzen ist. Noch dazu entziehen sich die Zwerge gerne aber energisch jeglicher körperlicher Berührung durch Fremde. Dies macht die Sache nicht einfacher und verhindert den schnellen Einsatz von Pulsoxy, RR-Meßgerät u. ä. Hilfsmitteln.

Das richtige und entspannteste Vorgehen zur Ersteinschätzung ob Zeit vorhanden ist oder sofort mit Maßnahmen gehandelt werden sollte wäre also eine Möglichkeit das Kind in ausreichender Entfernung einzuschätzen und erst einmal Vertrauen aufzubauen.

Das pädiatrische Untersuchungsdreieck ist genau hierfür gedacht. Erst einmal in „sicherer“ Entfernung bleiben 🙂 und den kleinen Patienten beobachten. Kennt man sich etwas in den jeweiligen Altersentwicklungsstufen aus, ist durch die Beobachtung von Atmung, Atemgeräuschen, Hautkolorit, und Verhalten des Kindes einiges herauszuholen und eine Dringlichkeitseinschätzung vorzunehmen.

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Pediatric Assessment Triangle (PAT) nach AAP (PEPP Kurs)

Ist man einigermaßen geübt im Umgang mit dieser und hat sich sein Schema zurecht gelegt, kann man neben der Dringlichkeit auch schon mal eine Verdachtsdiagnose erarbeiten.

Beispiel für verschiedene Dringlichkeit….

Kind 1: 9 Monate, Meldebild Atembeschwerden

Atmung

  • Stridor
  • leichte atemabhängige Einziehungen im Thoraxbereich

ZNS

  • keine Blickkontaktaufnahme zu den Helfern bei Betreten des Zimmers
  • leicht weinerlich
  • strampelt ein wenig

Zirkulation

  • keine auffällige Veränderung der Haut

 

Kind 2: 20 Monate, Meldebild Atemnot

Atmung

  • Stridor
  • atemabhängige Einziehungen im Thoraxbereich
  • Nasenflügeln

ZNS

  • keine Blickkontaktaufnahme zu den Helfern bei Betreten des Zimmers
  • keine verbale Kommunikation

Zirkulation

  • leichte Zyanose zwischen Nase und Lippen

 

Wie dringlich bzw. krank würdet ihr jeweils das erste bzw. zweite Kind einschätzen und warum? Einfach im Kommentarfeld Eure Meinung hinterlassen; Erklärung folgt in einigen Tagen.

Der Einsatz der PAT benötigt sicherlich ein wenig Übung, lässt sich aber nicht nur bei Kindern sondern auch bei Erwachsenen ganz gut anwenden und somit eigentlich im Alltag einüben.

 

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Ein Gedanke zu „Das pädiatrische Untersuchungsdreieck

  1. Das zweite Kind erscheint mir kritischer, da es angestrengter wirkt. Die Kraft wird für das Atmen aufgewendet, Interaktion und Äußerung sind dadurch eingeschränkt. Das erste Kind ist hingegen noch recht agil.

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