SHT und Plasma – PAMPer Sekundäranalyse

SHT und Plasma – PAMPer Sekundäranalyse

Die präklinische Verabreichung von Blut bzw. Blutprodukten ist seit längerem Bestand verschiedenster Diskussionen und Studien. Wirklich große und aussagekräftige RCTs sind jedoch bisher meines Wissens nicht auf dem Markt. In England läuft nach wie vor das RePHILL Trial, welches vielleicht etwas mehr Licht ins Dunkel bringt.

Auch auf dieser Blogseite wurde bereits das ein oder andere mal über den Stand der Dinge bzw. die ein oder andere Studie berichtet:

Prähospitale Bluttransfusion?

Prähospitale Bluttransfusion – die Diskussion geht weiter….

Heute möchte ich inhaltlich auf eine Studie zurückkommen welche im zweiten, oben verlinkten Blogeintrag, schon einmal zur Sprache kam; dem PAMPer Trial. In dieser Arbeit wurde die Auswirkung der prähospitalen Plasma Substitution untersucht.

In einer nun am 15. Oktober 2020 im JAMA Network veröffentlichten Sekundärgruppenanalyse befasste man sich mit der Auswirkung von prähospitaler Plasmagabe bei Patienten mit SHT. Das untersuchte Primäroutcome war die 30-Tage Mortalität.

Gruen DS, Guyette FX, Brown JB, et al. Association of Prehospital Plasma With Survival in Patients With Traumatic Brain Injury: A Secondary Analysis of the PAMPer Cluster Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2020;3(10):e2016869. doi:10.1001/jamanetworkopen.2020.16869

Verletzungsmuster

Patienten mit CT gesichertem SHT

Vergleichsgruppen (randomisiert)

Standard Volumen Therapie (Kristalloid / Kristalloid & Ery-Konzentrat) vs. 2 Einheiten Plasma gefolgt von Standard Volumen Therapie

Patientenzahl

166 Patienten mit SHT (aus Studiengesamtgruppe von gesamt 501); davon 92 in der Gruppe Standard Volumen Therapie und 74 in der Plasmagruppe

Ergebnis

ca. 45 % niedrigeres Mortalitätsrisiko für Patienten der Plasmagruppe

„greatest survival benefit among patients with TBI with GCS score less than 8 (HR, 0.56; 95% CI, 0.35-0.91), for a 44% reduction in the risk of mortality, and among patients with TBI and polytrauma (HR 0.50, 95% CI 0.28-0.89), for a 50% reduction in the risk of mortality“

Fig. 3 aus „Association of Prehospital Plasma With Survival in Patients With Traumatic Brain Injury“

Der Vorteil konnte bei Patienten aufgezeigt werden welche direkt von der Unfallstelle in das letztendlich behandelnde Haus eingeliefert wurden, jedoch nicht bei Patienten nach einer Zuverlegung aus einem anderen Haus.

Dass Association nicht der Causation gleichzusetzen ist, sollte jedem bewusst sein. Jedoch zeigt sich ein interessanter Trend auf, welcher in größeren und sinnvoll gepowerten Studien weiter untersucht werden könnte bzw. sollte.

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