Atemwegsstrudel….ähhh, what??? Vortex Approach – der mentale Algorithmus.

Atemwegsstrudel….ähhh, what??? Vortex Approach – der mentale Algorithmus.

Zur Narkoseeinleitung sowie Sicherung der Atemwege werden seit langem Algorithmen verschiedener Fachgesellschaften. Sie können von den jeweiligen Websites meist kostenlos als Lern- und Merkhilfe heruntergeladen werden. Alle gemein haben sie einen relativ verwinkelten und mehrfach untergliederten Aufbau. Sie eignen sich aus diesem Grund meiner Meinung nach zwar als Lernhilfe um die jeweiligen Schritte der Situation angepasst zu erlernen, jedoch finde ich es schwer sich diese Algorithmen auswendig zu merken und dann, meist noch in einer Spannungssituation, klar aus dem Gedächtnis abzurufen.

Einen ganz anderen, in Form eines 3D-Bildes (im Blogtitel) leicht zu mentalisierenden, „Algorithmus“ haben die Ärzte Dr. Nicholas Chrimes und Dr. Peter Fritz erarbeitet und zur Verfügung gestellt – The Vortex Approach. Letztendlich geht es bei jeder Atemwegssicherung um die Sicherstellung der Oxygenierung und Ventilation vor und während der eigentlichen Maßnahme. Gleichgültig mit welchen der zur Verfügung stehenden Mittel (Maske, SGA, Tubus) dies eigentlich erreicht werden möchte. Zu Beginn der Maßnahme befinden wir uns in der Regel in einer „relativ guten“ Oxygenierungssituation – im 3D-Modell außen durch die grüne, nach unten verlaufende Spirale dargestellt. Mit Beginn der Maßnahme betreten wir den Vortex, egal mit welchem Hilfsmittel, und verlassen diese sichere Zone welche sich konisch nach unten verengt; heißt die Zeit welche uns verbleibt um in die Gefahr der Hypoxie zu geraten wird immer weniger. Wir müssen also zum einen den Strudel evtl. immer wieder verlassen um in die „grüne Zone“ zu gelangen und zum anderen evtl. auf ein anderes Hilfsmittel switchen, sollte die Oxygenierung mit dem eigentlich angedachten Mittel nicht sicher gelingen. An der engsten Stelle des Strudels ist eine Oxygenierung nach Ausreizung aller Hilfsmittel nicht mehr möglich; wir stehen vor einer sogenannten „can not intubate, can not oxygenate“ (CICO) Situation welche nur noch durch einen chirurgischen Atemweg zu beherrschen ist.

 

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Vortex Innenansicht
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Vortex Ablauf bei geplanter Intubation bis zum CICO

Um es ganz vereinfacht zu sagen „man muss sich nur das 3D-Bild vor Augen halten und hat somit einen Algorithmus im Kopf“. Ganz so einfach ist es sicherlich nicht, jedoch wesentlich leichter einzuprägen als bisher gängige Ablaufschemata.

Ein ausführliches Handbuch zu diesem Konzept steht hier zum Download bereit:

eBook “ The Vortex Approach“

Ebenso eine empfehlenswerte Lektüre ist der Artikel „The Vortex: a universal ‘high-acuity implementation tool’ for emergency airway management“ aus dem BMJ.

Sämtliche unterstützende Hilfsmittel zu diesem Thema stehen auch in deutscher Übersetzung auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.

Die  zu diesem Konzept passende Airway Checkliste auf Deutsch findet ihr hier als PDF: Vortex Airway Checklist 2016 German

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3 Gedanken zu „Atemwegsstrudel….ähhh, what??? Vortex Approach – der mentale Algorithmus.

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