Die kalte Jahreszeit – Hypothermiegefahr

Die kalte Jahreszeit – Hypothermiegefahr

Die kalte Jahreszeit hat längst begonnen. Gerade jetzt, aber natürlich nicht nur jetzt, sollte ein großes Augenmerk auf die Wärmeerhaltung und Wiedererwärmung eines Patienten gelegt werden. Insbesondere Traumapatienten und Patienten mit anderweitigen Blutungsquellen sind in diesem Bezug besonderen Gefahrenquellen ausgeliefert.

Aber warum eigentlich? An erster Stelle natürlich weil Kälte per se als unangenehm empfunden wird; so in der Regel auch von unseren Patienten. Den einen beeinflusst es weniger, den anderen mehr, und es führt einfach zu einem zusätzlichen Unwohlsein und damit zu einer Verschlechterung des Allgemeinzustandes. Aber es lauern noch viel weitreichendere Gefahren.

  • Körpereigene Kompensationsmechanismen zur Wärmeerzeugung –> Steigerung des Metabolismus –> Steigerung des Sauerstoffverbrauches

Ersichtlich wird dies in erster Linie durch Muskelzittern sowie Gänsehaut. Es sei darauf hingewiesen, dass Patienten welche einer medikamentösen Muskelrelaxierung oder einem hohen Spinaltrauma unterliegen diese Merkmale nicht aufweisen.

Insbesondere Traumapatienten und Patienten mit sonstigen Blutungsquellen, aber auch alle anderen, müssen mit einem Abfall der Körperkerntemperatur aber noch mit weitaus weitreichenderen Konsequenzen rechnen. Hier sei an die Traumatriade erinnert in welcher jeweils eine Komponente die nächste fördert und somit zum Teufelskreislauf wird.

  • Hypothermie
  • Azidose –> negativ chronotropen und dromotropen Einfluß und somit Senkung der Schlagkraft und Hebung der Anfälligkeit für Rhythmusstörungen bei Kaliumverschiebung. Außerdem wird die Wirkung von Katecholaminen gesenkt.
  • Gerinnungsstörung –> Massive Probleme bei der Blutungsstillung.

Was also können wir im Krankentransport, Rettungsdienst und Intensivtransport tun um dies zu vermeiden? Um es einfach auszudrücken; den Patienten warmhalten und ggf. wiedererwärmen.

  • Feuchte / nasse Kleidung entfernen
  • Warme Decke (-en) sowie Thermohülle (Bergesack) verwenden
  • Vorsicht bei Volumengabe im freien Bereich (Infusionen haben keine 37 Grad, auch nicht im Wärmefach. Und sie kühlen, gerade im Bereich des Infusionssystems, immens schnell aus.
  • Fahrzeug aufwärmen (Heizung an)! Kommt ihr bei der Versorgung im Fahrzeug nicht ins Schwitzen, ist es definitiv zu kalt!

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