mCPR – Fluch oder Segen???

mCPR – Fluch oder Segen???

Seit Einführung der mechanischen Reanimationsgeräte in den deutschen Rettungsdienst spalten diese die Lager in Befürworter und Gegner. Dies hat verschiedene Gründe; begrenzen sie doch offensichtlich die „körperliche Arbeit“ der Helfer am Patienten und schaffen freie „Man-Power“, führen aber auch dazu dass aus meiner Erfahrung Reanimationsabläufe oftmals zu früh und vor allem zu lange unterbrochen werden um das Gerät anzulegen (Übungssache?) sowie dazu dass Reanimationen auch überdurchschnittlich lange mit äußerst fraglicher Sinnhaftigkeit durchgeführt werden.

Wissenschaftliche Aussagen zur mCPR fanden bis dato keinen Vor- oder Nachteil für das Patientenoutcome beim Einsatz solcher Geräte; gleich welcher Bauart. Die wohl am gebräuchlichsten dürften zum einen der LUCAS sowie zum anderen das Autopulse device sein. (LINC trial / PARAMEDIC trial).

Nun haben aber die Autoren des Blogs News-Papers.eu auf eine neue Arbeit hingewiesen welche erstmals ein schlechteres Outcome beim Einsatz von Reanimationsgeräten nachweisen konnte:

Buckler DG, et al.  Association of Mechanical Cardiopulmonary Resuscitation Device Use With Cardiac Arrest Outcomes. A Population-Based Study Using the CARES Registry (Cardiac Arrest Registry to Enhance Survival

Auch wenn man die in diesem Blogeintrag sehr gut herausgearbeiteten Limitationen dieser Arbeit berücksichtigt muss man doch nachdrücklich darauf hinweisen dass der Einsatz eines solchen Gerätes wohl bedacht sein mag und nur unter klar definierten Umständen angewandt werden sollte.

Für mich persönlich kommt ausschließlich folgende Indikation in Frage:

  • CPR unter Transport im RTW / RTH

Dies ist zum einen darauf zurückzuführen dass sich eine suffiziente Herzdruckmassage während des Transportes im RTW auf Grund der Fahrdynamik nicht durchführen lässt und zum anderen ein erhebliches Sicherheitsrisiko für die Helfer darstellt. Zum Thema Suffizienz der Herzdruckmassage während des Transportes möchte ich auf folgende Arbeit verweisen; auch wenn diese eine relativ kleine Fallzahl aufweist:

A Comparison of Chest Compression Quality Delivered During On-Scene and Ground Transport Cardiopulmonary Resuscitation

Beim Transport im RTH ist alleine schon durch die räumlichen Verhältnisse nicht an eine längere suffiziente Herzdruckmassage zu denken.

Stellt man nun noch klare Indikationen für einen Transport unter CPR in die Klinik auf dürfte sich der Einsatz der mCPR auf folgende Fälle beschränken:

  • Transport unter CPR zur PCI und/oder ECMO bei
    • beobachtetem Kollaps
    • durchgeführter Laienreanimation
    • erster dedektierter Rhythmus Kammerflimmern
    • Altersgrenze?
    • CPR bei Hypothermie als Ursache

Wir sollten uns immer vor Augen halten, dass alleine schon aus ethischen Gründen das Ziel einer Maßnahme in solchen Fällen die Entlassung aus dem Krankenhaus mit gutem CPC sein sollte.

-Arrest not witnessed by EMS
-Non-shockable initial rhythm
-No ROSC before 3rd epi
All 3 =specificity& PPV of ~100% death prior to discharge

Early Identification of Patients With Out-of-Hospital Cardiac Arrest With No Chance of Survival and Consideration for Organ Donation.Ann Intern Med. 2016 Dec;165(11):770-778.

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2 Gedanken zu „mCPR – Fluch oder Segen???

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