Sonographie bei PEA

Sonographie bei PEA

Im Blogeintrag zum Thema „Sonographie im Rettungsdienst“ wurde als Indikation unter anderem die Entscheidungshilfe beim nichttraumatischen als auch traumatischen OHCA genannt. Hier ist vor allem die Möglichkeit der Differenzierung verschiedener Typen und u. U. auch Ursache des Auffinderhythmus PEA zu nennen. Interessant wird dies aus dem Blickwinkel der verschiedenen Therapiemöglichkeiten/-notwendigkeiten sowie auch einer gewissen Aussagekraft bzgl. eines eventuellen Therapieerfolges bzw. einer eher infausten Prognose.

In Bezug auf den nicht traumatischen Herz-Kreislauf Stillstand und PEA ist vor allem die evtl. Diagnostikhilfe bei Verdacht auf Lungenembolie hilfreich. Diese kann durch einen vergrößerten rechten Ventrikel im Sono weiter gestützt werden und eine Therapieentscheidung zur notwendigen, frühzeitigen Lyse erleichtern.  Des Weiteren kann mit der Sonograpie differenziert werden ob neben der elektrischen Aktivität auch eine Aktion des Herzmuskels vorliegt. Dies ist bzgl. eines evtl. Erreichens eines ROSC aussagekräftig. Hierzu eine GIF Datei von Sam Ghali welche dies eindrucksvoll darstellt; Patient A > PEA ohne Aktivität, Patient B > PEA mit Herzaktion. Patienten mit einer Herzmuskelaktion unter PEA (B) haben eine deutlich höhere Chance auf ROSC und Überleben mit gutem CPC im Vergleich zu Patienten mit PEA ohne Herzaktivität (A) [5,6 % vs 0,6%]. Bei Detektieren eines solchen kann dies evtl. die Entscheidung zur Einstellung der Reanimationsmaßnahmen erleichtern.

Caspari R et al. Emergency department point-of-care ultrasound in out-of-hospital and in-ED cardiac arrest; Resuscitation. 2016 Dec;109:33-39. doi: 10.1016/j.resuscitation.2016.09.018. Epub 2016 Sep 28

Auch sollte bei Patienten mit PEA Typ B mit der Gabe von Adrenalinboli zurückhaltend umgegangen werden. Der fehlende „Kontraktionswille“ ist nicht das Problem bzw. die Ursache dessen. Größere Mengen Adrenalin können hier Proarrhythmisch wirken und somit eine weitere Baustelle eröffnen ohne die kontraktionshindernde Ursache zu beseitigen.

Bei einem traumatisch bedingtem Herz-Kreislauf Versagen kann eine Sonographie ebenfalls hilfreich sein. Hier kann z. B. eine Percardtamponade als Ursache detektiert werden. Die zielführende, kausale Therapie wäre eine subxyphoidale Punktion oder Thorakotomie. Auch ein Spannungspneumothorax als Ursache kann im Sono ersichtlich werden und in Folge schnell per Thoraxdrainage entlastet werden.

Auch bei der Asystolie kann ein kurzer Schall eventuell nützlich sein. Es kommt vor, dass einer auf dem Monitor angezeigten Asystolie ein Kammerflimmern zu Grunde liegt. Hier würde die Dedektierung des Flimmerns eine grundsätzliche Änderung der Therapie und evtl auch Entscheidung über einen Reanimationsabbruch ändern. Ein gutes Beispiel hierfür ist im folgenden #POCUS Facebook Post zu sehen.

https://www.facebook.com/emspocus/videos/1215489088508595/

Ein guter Blogpost zu diesem Thema von R.E.B.E.L. EM findet ihr hier: Beyond ACLS – POCUS in cardiac arrest

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3 Gedanken zu „Sonographie bei PEA

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